Wichtig sind Ehrlichkeit und Leistung

Ehrenamt – Generalprior Günter W. Fischer berichtet von Tätigkeiten des Laurentius-Ordens – Projekte im In- und Ausland

Gutes tun, das ist das Ziel des Laurentiusordens. Dessen Generalsprior Günter W. Fischer lebt in Leeheim, und sein Metier ist das Kochen.

Die konfessionsübergreifende, sozial tätige Gemeinschaft des Laurentius-Ordens orientiert sich an ritterlichen Tugenden und unterstützt gemeinnützige Projekte im In- und Ausland.

 

„Wir sind nur Besucher in der Welt und es geht nicht darum, sich zu profilieren, sondern seinen Nächsten zu lieben“, sagt Günter W. Fischer im ECHO-Gespräch. Der Generalprior des Laurentius-Ordens wurde bereits vor 22 Jahren beim alljährlichen Laurentiustag (10. August) zum Ritter geschlagen.

Die Legende besagt, dass der Diakon Laurentius auf Anweisung des kurz vor der Hinrichtung stehenden Papsts Sixtus II. den gesamten Kirchenschatz von Rom an die Armen verteilte. Dafür wurde er im Auftrag des Christenverfolgers Valerian erst gefoltert und dann getötet. Ohne Klage habe er die Schmerzen ertragen und soll noch kurz vor seinem Tod auf einem brennenden Rost gesagt haben: „Der Braten ist schon fertig, dreh ihn um.“

Laurentius ist nicht nur Schutzheiliger der Notleidenden, sondern auch all derer, die beruflich mit Feuer zu tun haben. Schon um 1240 wurde ein Laurentiner-Orden gegründet, blieb aber im Laufe des Dreißigjährigen Krieges verschollen.

Der ökumenische Orden St. Laurentius wurde nach einem Gelübde des Küchenmeisters Kurt Isidor Joram wiederbelebt. 1990 kamen zur erneuten Gründung zwölf Küchenmeister im Schloss des Grafen Bernadotte auf der Insel Mainau zusammen. Fischer selbst ist gelernter Bäcker und Koch, der nach weiteren Ausbildungen, etwa zum Diät-Koch, 28 Jahre als Fachberater bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung angestellt war. er 1999 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Nach dem Grundsatz „Tue Gutes, solange du es noch kannst“ unterstützt der Orden humanitäre und Völker verbindende Bestrebungen im In- und Ausland. „In Litauen haben wir uns am Ausbau einer Krankenhausküche beteiligt, der Ukraine haben wir Material für eine Großküche geliefert“, berichtet Fischer. Da die Ordensmitglieder die Hilfsgüter ehrenamtlich sammeln und transportieren, ist finanzielle wie materielle Unterstützung willkommen: „Wir würden uns zum Beispiel über einen Lagerraum als Stellplatz für die Sammlungen oder über das Leihen eines Lastwagens für die Transporte freuen“, meint der Generalprior.

Aber auch in der Region engagiert sich der Orden vielseitig, betont der 1941 geborene Fischer. Die Ritter und Komtessen unterstützen sowohl die Riedstädter Tafel als auch das Heim für Wohnsitzlose in Groß-Gerau. Die Büchnerbühne verdankt dem Orden einen Teil ihres Interieurs.

Besonders viel Spaß hat Fischer daran, Vorträge zu halten. So informierte er etwa die Landfrauen in Leeheim, wo der gebürtige Frankfurter mit seiner Frau seit etwa 35 Jahren wohnt, über Ernährung im Alter. In den Schulen in Riedstadt oder bei einem Schüleraustausch in Groß-Gerau hat er Kochunterricht gegeben. „Allerdings muss ich auch darauf achten, in Zukunft etwas kürzerzutreten“, sagt Fischer mit Blick auf sein Alter.

Worauf es der kleinen Organisation ankommt, hat auch für ihn persönlich zentralen Stellenwert: „Ehrlichkeit, Können und Leistung sind das Wichtigste.“ Seinen Überzeugungen geht er denn auch als Mitglied des Riedstädter Sozialausschusses nach. Ein Blick auf die Gesellschaft, in der selbst Nachbarn sich nicht mehr kennen, bereitet ihm Sorge.Umso mehr freut es ihn, wenn der etwas überalterte Vorstand des Ordens Nachwuchs bekommt, wie etwa seit Kurzem durch Patrick Fiederer.